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Aufzucht

Kraniche

Ihre Haltung und Zucht

Die Aufzucht von Kranichen

Vom befruchteten Ei zum Eintagskücken bis zum flüggen Jungvogel

 

Dieses Kapitel möchte ich hauptsächlich den handaufgezogenen Kranichküken widmen, da bei einer Naturbrut ohnehin die ganze "Arbeit" von den Kranicheltern geleistet wird.

 

Beginnen wir mit dem Entnehmen der Eier aus den Nestern.

Dies sollte frühestens nach einer mindestens 7 tägigen Bebrütung durch die Elterntiere erfolgen, da die erste Woche die heikelste im Leben eines Kranichembryos ist. Bei Eiern die ab dem ersten Tag im Brutapparat (selbst bei den teuersten und besten Brutgeräten) bebrütet werden, sinkt ohne genaues Gewichtsmonitoring die Schlupfrate drastisch ab, zuweilen bis unter 50 Prozent!

Ein Brutapparat kann die Eltern in dieser Zeit  nicht oder nur mangelhaft ersetzen!

Als Anhaltspunkt gilt, je länger die allgemeine Brutzeit für ein Vogelei ist, desto schwieriger ist die Kunstbrut vom ersten Tag an, je kürzer die allgemeine Brutzeit, desto leichter und erfolgversprechender ist sie (domestizierte Vogelarten sind dabei noch um einiges unempfindlicher als Wildvogelarten)!

Sollte es aus irgendeinem Grund doch einmal unumgänglich sein Kranicheier vom ersten Tag an im Brutapparat auszubrüten. dann finden sie nachstehend eine Gewichtsberechnungstabelle für Eier! Unbedingt zu beachten ist daß die Eier sofort grammgenau gewogen werden.

 

           

Der maximale Gewichtsverlust für Eier die noch relativ problemlos schlüpfen sollen liegt bei ca. 15 %, der Minimale ca. 10 % und der Optimale bei 12,5 %.

 

 

Die Berechnungsformel dazu lautet wie folgt:

 

Die Prozent der bebrüteten Zeit=

Zeit die die Eier im Brutapparat verbracht haben

           ________________________________________ x 100

Brutzeit der jeweiligen Art

 

Hier ein gerechnetes Beispiel:

Graukranich>>Brutzeit ca. 30 Tage, das Ei liegt seit 20 Tagen im Brutapparat

 

20 Tage dividiert durch 30 Tage mal Hundert = 66,7 % der Brutzeit sind vorbei.

Ergibt lt. nachfolgender Tabelle einen minimalen Gewichtsverlust von ca. 6,5% und einen maximalen Gewichtsverlust von ca. 10,5% und einen optimalen Gewichtsverlust von ca. 8,5% (siehe rote Linien)!

 

 

 

            

 

Sofern der Gewichtsverlust nicht der Tabelle entspricht muß die Luftfeuchtigkeit im Brutappararat dementsprechend erhöht oder gesenkt werden (entweder durch Besprühen der Eier mit Wasser oder dem völligen Verzicht auf Befeuchtung) bis ein Wert zwischen dem minimalen und maximalen Gewichtsverlustes erreich wird!

 

 

Wenn es soweit ist die Eier abzusammeln ist unbedingt anzuraten eine zweite Person mit ins Gehege zu nehmen und sich und den Helfer mit fester Kleidung und Schuhwerk (am besten hochrandige Gummistiefel) auszustatten. Auch ein Vollvisierhelm (aber zumindest eine gute Kopfbedeckung) hat mir schon unbezahlbare Dienste geleistet, denn speziell die Männchen gehen oft zur Abwehr der Eierdiebe gezielt auf deren Kopf los!

An dieser Stelle ein flammender Appell an alle Kranichhalter:

UNTERSCHÄTZEN SIE NIE DIE KRAFT, SCHNELLIGKEIT, WENDIGKEIT UND DEN ABSOLUTEN WILLEN EINES KRANICHPAARES SEIN NEST, WENN ES SEIN MUSS BIS ZUM TODE EINES DER KONTRAHENTEN, ZU VERTEIDIGEN.

Natürlich gibt es auch hier unterschiedliche Charaktere (hängt sehr davon ob ob die Alttiere hand -oder elternaufgezogen sind), die unterschiedlich stark auf das Entfernen der Eier reagieren. Eines ist aber bei allen Kranichen gleich, je näher man dem Nest kommt, desto höher wird die Bereitschaft anzugreifen, und je zaghafter man ist desto eher wird man tatsächlich attakiert.

Hier ist ein gutes Zusammenspiel der beiden handelnden Personen von immenser Wichtigkeit. Einer muß die Tiere möglichst ablenken (zB. mit einem breiten Besen, stark belaubtem Ast, Fangnetz etc.) und vom Nest abdrängen, während der andere schnellstmöglich die Eier aufnimmt. Jede Situation ist anders und es braucht schon gute Nervern um zwei, voller Ingrimm anstürmenden Kranicheltern standzuhalten.

Müssen sie aus irgendeinem Grund einmal alleine die Eier abnehmen (was ich keinem ungeübten und/oder ängstlichen Halter rate) zeige ich ihnen auf wie ich das mache.

Ich betrete zügig das Gehege in voller Adjustierung (Helm, dickes Gewand, Stiefel) laufe zum Nest, greife mir sofort das Männchen am Hals bevor es Zeit zum Überlegen hat und mich angreift und drücke es nach unten um ihm die Möglichkeit zu nehmen mich mit den mörderischen Krallen zu attakieren. Die meisten Weibchen greifen nur die unteren Extremitäten an und so lass ich sie in meine gut geschützten Beine hacken und treten, während ich die Eier aufnehme. Dann nichts wie zum Ausgang wo ich dann erst das Männchen wieder loslasse! Bei mir klappt das meistens anstandslos, aber hier und da passiert es auch schon mal, daß ich die eine oder andere Schramme abbekommen.

Gefährlicher als der Schnabel (den ich nach langjähriger Erfahrung) bei einem Angriff so gut wie immer zu fassen bekomme, sind meiner Meinung nach die Krallen und hier speziell die beiden messerscharfen an der Innenseite. Viele kampferprobte Kraniche lassen sich fallen, sobald man sie am  Kopf oder Hals gepackt hat und schlagen einem dann (am Kopf in ihrer Hand hängend) die Krallen in den Bauch bzw. Gesicht. Lassen sie in diesem Fall SOFORT los denn niemand kann solch eine Situation mehr kontrollieren und der Vogel gewinnt in dieser Stellung IMMER!!!

Wenn sie einen Vogel alleine tragen müssen, tun sie es immer unter dem Arm mit dem Kopf nach hinten und angewinkelten Beinen wie im folgenden Foto!

 

 

 

 

Haben sie dann erfolgreich die Eier abgenommen, kommen diese schnellstmöglich in den Brutapparat (siehe nachstehend die Modelle die ich verwende). Dabei ist es wichtiger die Eier vor groben Stößen zu schützen als vor Auskühlung. Im Extremfall können Eier auch einen Abkühlung von ettlichen Stunden überstehen ohne abzusterben, aber reissen durch einen Stoß die Eischnüre im Eiinneren (sie halten den Dotter), stirbt der Embryo sicher ab.

Ich habe einmal vergessen 2 Weißnackenkranicheier (sie waren damals ca. 2/3 der Zeit bebrütet) nach dem desinfizieren des Brutapparates zurückzulegen und habe meine Dummheit erst ca. 14 Stunden später bemerkt. Nachdem ich sie sofort wieder eingelegt habe sind doch noch 2 gesunde Küken geschlüpft!

 

Kunststoff Brutapparat der Marke Grumbach/BRD mit 3 Etagen, elektr. Temperaturkontrolle, Auskühltimer, elektr. Hygrometer, automatischer Eierwendung.

 

Kunststoff Schlupfbrüter der Marke Grumbach/BRD mit 2 Etagen und automatischer Temperaturkontrolle und elektr. Hygrometer.

 

Kombination aus Holzbrutapparat mit darüber gelagertem Schlupfbrüter der Fa. Hemel/BRD.

 

Kunststoffbrüter Roll-X/USA mit automatischer Eierwendung!

 

 

Ich verwende im täglichen Brutbetrieb alle oben angeführten 4 Brutapparate, wobei ich die Kranicheier hauptsächlich im Grumbach Brutapparat und Schlupfbrüter ausbrüte.

Ganz wichtig bei der Kunstbrut ist die Hygiene im Brutapparat. Dazu desinfziere ich die Brutapparate und Schlupfbrüter bevor ich sie mit Eiern bestücke indem ich einige Tropfen Formaldehyd/Formalin (wirkt gegen Viren, Bakterien und Pilze) auf ein Stück Küchenrolle tropfe und solange in die eingeschaltete Maschine lege bis es verdunstet ist. Sind die Eier einmal im Apparat desinfiziere ich ca. 1 mal wöchentlich, wobei ich aber während dieser Zeit die Eier für den Zeitraum von ca. 15 Minuten herausnehme!

Speziell am Anfang und gegen Ende des Brutvorganges sind die Embryos empfindlich gegen das stechende und stark reizende Gas und die Eier sollten nicht in unmittelbare Berührung damit kommen!

 

Die Schlupfbrüter werden immer leer und vor und nach jedem erfolgten Schlupf händisch gründlich geputzt und dann wie oben beschrieben desinfiziert!

 

 

Formalin zur Brutapparatdesinfektion

 

Sind die Eier dann einige Tage angebrütet kommt die Frage alle Fragen zum Tragen, nämlich ob sie auch befruchtet sind. Denn das ist bei den Kranichen bei weitem nicht immer der Fall (siehe Zucht). Und dann kommt die moderne Technik ins Spiel, nämlich Herzfrequenzmesser und Schierlampe.

 

 

 

Herzfrequenzmessgerät BUDDY 2 der Firma Avitronics, vertrieben durch Fa. Grumbach/BRD (mit einem Klunkerkranichei)

 

Selbstgebaute Schierlampe mit ca. 1.000.000 Kerzenlichtstärken

 

Wenn man sehr geübt im Durchleuchten (Schieren) von Kranicheiern ist kann man bei einigen Arten mit schwach gesprenkelten, hellen Eiern (zB. Kronen, Kanada, Sarus) ca. ab dem 7 Tag feststellen ob sie befruchtet sind. Dazu müssen aber die Augen mindestens 5 Minuten bei völliger Dunkelheit angepasst werden um wenigstens ein bißchen in den Eiern erkennen zu können. Bei Arten mit dunklen, stark gesprenkelten Eiern (zB.Paradies, Jungfern, Mandschuren, Weißnacken, Klunker) ist es eigentlich nicht wirklich möglich 100%ig sicher zu sein ob man ein befruchtetes Ei vor sich hat.

Hier kann dann der BUDDY 2 helfen, wobei es auch hier viel Erfahrung braucht und vor dem 10. Bebrütungstag aufgrund der dicken Eischale und des schwachen Herztones kaum mit einem Resultat zu rechnen ist! Da das Gerät eher für kleinere Eier ausgelegt ist, kann man bei den großen Kranicheiern den Deckel nicht schließen, was einem absolute Ruhe und Bewegungslosigkeit beim Messen abverlangt. Das Ei wird auf die Minimembran gelegt und dann zeigt das Gerät an ob ein Herzschlag gemessen werden kann oder nicht. Meistens ist es Aufgrund der Schalendicke nicht auf Anhieb möglich Hertöne zu messen und das Ei muß in kleinen Schritten immer wieder ein kleines Stück gedreht und neu gemessen werden. Hilfreich ist es das Kranichei auf einer ebenen Unterlage so ausrollen zu lassen wie es will, und es in dieser Position auf den Buddy zu legen. Es rollt nämlich normalerweise so das der Schwerpunkt unten ist und das ist auch dort wo der sich entwickelnd Embryo und somit auch das Herz befindet. Hat man Herztöne gefunden liegen sie bei Kranichen meistens irgenwo um die 220 Schläge.

Hat man nach ca. 10 Bruttagen noch keine Herztöne bitte nicht aufgeben, es besteht immer noch die Möglichkeit, daß das Ei befruchtet ist und sie nur aus dem einen oder anderen Grund nichts am Monitor sehen. Ab dem 20. Tag ohne eine Pulskurve können sie meiner Meinung nach getrost davon ausgehen, daß das Ei unbefruchtet ist (soweit sie oben beschriebene Prozedur mehrmals sorgfältig durchgeführt haben) und es ausmustern! Für ganz Hartnäckige empfiehlt sich eventuell noch der Wassertest, bei dem das mindestens 2 Wochen bebrütete Ei in ein Gefäß mit warmen Wasser getan wird so das es frei schwimmt. Ist ein lebender Embryo im Ei wird er sich bewegen und dies sieht man (wenn man ein Spezialist ist)!

 

Unbefruchtete Eier kann man ausblasen und mit Gips füllen um sie dann als "Dummies" schlecht brütenden oder Eier zerhackenden Kranichpaaren unterzuschieben um ihnen die schlechten Angewohnheiten abzugewöhnen!

 

Befruchtete Eier die von den Eltern entsprechend angebrütet wurden und dann in den Brutapparat gelegt werden, bebrüte ich mit einer Durchschnittstemperatur von 37,4° Celsius und einer durchschnittlichen Luftfeuchtigkeit von 55 %. Dazu werden die Eier bei mir automatisch 24 Stunden fortwährend gewendet und 2 mal in 24 Stunden abgekühlt.

 

Ich kontrolliere die befruchteten Eier ca. alle 3 Tage mit dem "Buddy 2" ob die Embryos noch am Leben sind und ca. 2 Tage vor dem errechneten Schlupftermin kommen die Eier, in denen man meistens schon das Küken piepsen hört, in den separaten Schlupfbrüter. Dort herrscht bei ca. 36,4° Celsius eine Luftfeuchtigkeit von 80 bis 100 %.

Meistens schlüpfen Kranichküken innerhalb von wenigen Stunden nach dem ersten Anpicken der Schale. Machen sie NICHT den Fehler, immer wieder den Brutapparat zu öffnen und das Ei/Küken zu kontrollieren ob es auch aus der Schale kann. Damit verursachen sie unter Umständen den Tod des Kükens, das aufgrund fehlender Luftfeuchtigkeit an der Eischale anklebt und wirklich nicht schlüpfen kann!!!

Es ist Fakt das dadurch wesentlich mehr Küken sterben, als dadurch das sie wirklich Schlupfhilfe benötigen und keine bekommen. Gesunde Kranichküken in einem gut befeuchteten Schlupfbrüter kommen so gut wie IMMER alleine aus dem Ei!

 

 

Ich nehme die geschlüpften Küken immer sofort nachdem sie das Ei verlassen haben aus dem Apparat um zu vermeiden, das sie auf dem glatten Boden Spreizbeine bekommen. Frisch geschlüpfte Kraniche versuchen nämlich sofort auf die Beine zu kommen und wenn die kleinen Zehen keine Halt finden spreizt es die Füße auseinander was zu teilweise irreparablen Schäden des Laufapparates führen kann. Sie können das auch dadurch verhinder, das sie ein Stück Teppichboden in den Schlupfbrüter legen. Der Nachteil dabei ist (speziell wenn mehrere Küken gleichzeitig, aber etwas zeitverschoben schlüpfen) das es zu Hygieneproblemen durch Verunreinigungen mit dem übrig gebliebenen Eiinhalt und durch Verkotung kommen kann.

 

Frisch geschlüpfter Weißnackenkranich (ca.30 Minuten alt) mit Überresten                      der Eischale/Eiinhalt.

 

Die frischgeschlüpften Kleinen kommen dann in spezielle Aufzuchtboxen (Nagerkäfige mit den Maßen 65 cm breit x 120 cm hoch und ca. 50 cm hoch) deren Boden mit Teppichboden ausgelegt ist und mit einer Wärmelampe (60 bis 100 Watt Dunkelstrahler) ausgestattet ist. Dunkelstrahler verwende ich deshalb, da ich es für besser halte den natürlichen Tag/Nachtrhythmus beizubehalten, es bei der gemeinsamen Haltung mehrerer Küken nicht zum Zehenpicken kommt und die kleinen Kraniche nicht zu schnell wachsen, da sie des Nächtens nicht fressen!

 

 

          

       Junger Mandschurenkranich in der Aufzuchtbox (mit Spiegel für Einzelküken)

 

In den ersten Stunden nach dem Schlupf sollte man gelegentlich nach den Jungen schauen da sie noch sehr tapsig sind und es schon vorkam das sie auf den Rücken fielen und nicht mehr auf die Füße kamen (kann bis zum Tode führen).Etwa einen Tag nachdem ich sie in die Box gesetzt habe reiche ich das erste mal Futter und Wasser in kleinen, weißen Blumentopfuntersetzern.

 

In diesen Boxen bleiben die Tiere je nach Art und Anzahl ca. 2 Wochen. Vorsicht ist bei der Vergesellschaft von Küken geboten, da einige Arten - selbst wenn sie zur gleichen Zeit geschlüpft sind - absolut unverträglich gegenüber Mitbewohnern sind.

Gute Erfahrung bei der Vergesellschaftung habe ich mit Weißnacken, Jungfern und Paradieskranichen. Teilweise lassen sich Graukranich und Kronenkranichschlüpflinge vergesellschaften, aber hier ist schon Vorsicht geboten. Absolut unverträglich sind nach meiner Erfahrung Mandschuren und Kanadakranichküken, die sich über kurz oder lang immer versuchen zu töten und bis zu einem Alter von ca. 2-3 Monaten nur alleine gehalten werden können!

 

Gemischte Kranichgruppe bestehend aus Weißnacken und Paradieskranichen, im Hintergrund sieht man Rasenkäfig für kleinere Kranichküken.

 

Nachdem die Jungen den Aufzuchtboxen entwachsen sind kommen sie in unterteilte Gewächshäuser.

 

In vier Sektionen unterteiltes Aufzuchthaus (ca. 8 m² groß) mit 4 mm Doppelstegplatten.

 

Im Alter von ca. 2-3 Wochen werden die Jungkraniche mit extrastarken Edelmetallringen (muß eine Länderkennzahl z.B. A für Austria, eine laufende Nummer und das Jahr beinhalten) beringt. Erst am unteren Fußgelenk und dann sollte man täglich probieren ob der Ring auch schon über dem Beingelenk hält wo er auch sein soll (damit ein Hängenbleiben mit dem Ring an anderen Gegenständen vermieden wird). Kunststoffringe und dünne Metallringe haben sich nicht bewährt, da sie bei der langen Lebensdauer von Kranichen irgendwann brechen und abfallen.

 

 

                  Die gängigen Ringgrößen sind wie folgt:

 Arten

 16 mm  

18 mm  

 20 mm 

22 mm 

 Klunkerkranich 

 

 

 

    *

 Paradieskranich

 

 

     *

 

 Jungfernkranich

     *

 

 

 

 Grauer Kronenkranich

 

 

     *

 

 Schwarzer Kronenkranich

 

     *

 

 

 Graukranich

 

 

     *

 

 Weißnackenkranich

 

 

     *

 

 Schneekranich

 

 

     * (?)

 

 Saruskranich

 

 

 

     *

 Brolgakranich

 

 

 

     *

 Schwarzhalskranich

 

 

     *

 

 Mandschurenkranich

 

 

 

     *

 Mönchskranich

 

     * (?)

 

 

 Kanadakranich

 

     *

 

 

 Schreikranich

 

 

     * (?)

 

Abhängig vom Geschlecht können bis 2 mm Unterschied in der Beindicke bestehen, generell haben Männchen etwas stärkere Beine als Weibchen!!!

 

Die Kennzeichnung mit Mikrochips ist immer weiter auf dem Vormarsch, ist aber relativ teuer und meiner Meinung nach nur mit einem geschlossenen Ring sinnvoll (um den Vogel auch äußerlich jederzeit ohne technische Hilfsmittel identifizieren zu können)! Es gibt derzeit meines Wissens 3 verschiedene Systeme, wobei ich das System Trovan verwende.

Der etwa reiskorngroße Chip wird mittels Injektionsapparat meistens in die Brustmuskulatur oder in den Nacken gesetzt. Die Nummer kann dann mit dem Lesegerät auf ca. 50 cm Entfernung abgelesen werden.

 

Sobald die Küken gekennzeichnet sind lasse ich auch die Geschlechter anhand einer DNA Analyse an der Uni Hannover feststellen (siehe Zucht).

 

Chiplesegerät Trovan

 

In den Aufzuchthäusern (Stroh oder Sandeinstreu) verbringen sie die nächsten 3 bis 4 Wochen, bevor sie auf die unterteilten Grasflächen entlassen werden.

 

Generell kann man, wenn man ausreichend Platz zur Verfügung hat, im Herbst größere Gruppen von Jungkranichen vergesellschaften, muß aber in den ersten Stunden und Tagen die Tiere immer beobachten ob es Rauferein gibt. Sollte es zu gröberen Rangeleien kommen muß man eingreifen und eventuell das eine oder andere Tier isoliern. Kleinere Beißereien wird es in einer neu zusammengestellten Vogelschar immer geben, meistens kristallisiert sich aber schnell eine Hack/Rang/Fressordnung heraus und es kehrt innerhalb 2-3 Tagen nach der Zusammenführung Ruhe ein.